Liebe

Vorwort:

Der folgende Text dient der begrifflichen Klärung und nicht der emotionalen oder moralischen Bewertung von Liebe.

Warum Liebe – Wort, Begriff, Setzung | ausderLiebe

Warum Liebe – Wort, Begriff, Setzung | ausderLiebe

1.

Die Liebe ist unversehrt.
Doch das Wort, das sie tragen soll, trägt zu viel –
zu viel Gefühl, zu viel Geschichte, zu viel Griff.

2.

Im Sprechen verliert das Wort seine Schärfe.
„Liebe“ meint Beziehung, Moral, Bedürfnis,
Verlangen nach Nähe – oder Kontrolle.
Alles zugleich.
Nichts mehr ganz.

3.

So wird das Symbol weich für jene,
die es füllen mit Zweck:
als Ware, als Macht, als Begründung.

4.

„Ich liebe dich“
kann dann heißen:
„Du gehörst mir.“
„Bleib.“
„Verzeih.“
„Verzehre dich für mich.“

5.

Wenn das Buch sagt:
Liebe ist kein Gefühl –
dann fällt kein Urteil über das Fühlen.
Es schützt nur das, was nicht verwechselt werden darf.

6.

Dieses System spricht nicht aus Mangel,
sondern aus stiller Ordnung:
Liebe ist nicht Lösung.
Sie ist Voraussetzung.

7.

Es trennt nicht, um zu trennen –
sondern um wieder unterscheiden zu können,
wo getragen wird
und wo nur gehalten wird.

8.

Die Liebe muss nicht verteidigt werden.
Aber das Wort braucht Rückbindung,
bevor es endgültig fällt
in die Hände derer,
die es nutzen, um zu binden,
wo nichts mehr trägt.

© 2025 Andersen Storm

Neubeginn | Zum Buch | Erkunden

ausderLiebe