Wie Differenz in Ordnung überführt wird
Eine Beobachtung zum Übergang in Ordnung
Ordnungen bestehen nicht allein dadurch, dass sie Elemente enthalten.
Sie bestehen dadurch, dass Vorgänge, Zeichen, Entscheidungen und Wirkungen miteinander verbunden werden können.
Anschlussfähigkeit bezeichnet die Bedingung, unter der etwas in eine Ordnung übergeht, ohne sofort als Fremdkörper zu erscheinen.
Übergang statt Zugehörigkeit
Anschlussfähigkeit ist keine Eigenschaft eines einzelnen Elements.
Sie entsteht im Verhältnis zwischen dem, was auftritt, und dem Gefüge, in das es eintreten soll.
Ein Vorgang kann sachlich vorhanden sein und dennoch ohne Anschluss bleiben.
Eine Wahrheit kann dokumentiert sein und doch keine Wirkung entfalten.
Ein Einwand kann formuliert werden und trotzdem keine Reaktion auslösen.
Entscheidend ist nicht allein, dass etwas existiert.
Entscheidend ist, ob es aufgenommen, weitergeführt und wirksam verbunden werden kann.
Ordnung durch Verbindung
Was anschlussfähig wird, verändert seinen Status.
Es steht nicht mehr nur außerhalb oder am Rand einer Ordnung, sondern kann innerhalb ihrer Verfahren, Begriffe und Erwartungen weiterwirken.
Daraus entsteht Stabilität.
Nicht, weil alles gleich bleibt, sondern weil Unterschiedliches in eine Form gebracht wird, die weiterverarbeitbar ist.
Anschlussfähigkeit ist deshalb eine Bedingung dafür, dass Ordnung fortgesetzt werden kann.
Sie entscheidet, was fortgesetzt werden kann und was abbricht.
Grenze der Aufnahme
Nicht alles, was auftritt, wird anschlussfähig.
Manches bleibt als Irritation bestehen.
Manches wird integriert, ohne Wirkung zu entfalten.
Anderes wird verschoben, verteilt oder im Nachzug fortgeschrieben.
Anschlussfähigkeit ist daher auch eine Grenze.
Sie bestimmt, welche Differenz in Ordnung übergeht und welche außerhalb ihrer Wirksamkeit bleibt.
Diese Grenze muss nicht ausgesprochen werden.
Sie zeigt sich daran, was weitergeführt wird.
Wirksamkeit durch Anschluss
Wirksam wird etwas nicht schon dadurch, dass es richtig, sichtbar oder vorhanden ist.
Wirksam wird es, wenn es Anschluss findet.
Kritik braucht Anschluss an Reaktion.
Verantwortung braucht Anschluss an Antwort.
Zeit braucht Anschluss an Veränderung.
Rückwirkung braucht Anschluss an Bedingungen.
Ohne Anschluss bleibt Wirkung möglich, aber unentschieden.
Offene Frage
Anschlussfähigkeit beschreibt den Übergang, an dem etwas in Ordnung eingeht und dort weiterwirken kann.
Die Frage, die daraus entsteht, betrifft die Grenze der Aufnahme:
Wann wird etwas anschlussfähig – und wann bleibt es vorhanden, ohne in Wirkung überzugehen?
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